Meinungsbildung à la Schopenhauer

Ja, es gibt keine noch so absurde Meinung, die die Menschen nicht leicht zu der ihrigen machten, sobald es gelungen ist, sie zu überreden, diese sei allgemein akzeptiert. Ein solches Beispiel wirkt auf ihr Denken wie auf ihr Tun. Sie sind Schafe, die dem Leithammel nachgehen; wohin immer er sie auch führt.

Schopenhauer

Der 30. Kunstgriff ist zudem lesenswert, um die Raucher-Diskriminierung durch die "Große Politik", "Ärzteschaft" und Verfassungsgerichte zu verstehen. 

Insbesondere, wie sich eine scheinbar "sichere Erkenntnis" - von wenigen  "Autoritäten" ausgehend - durch bloses "abkupfern" in der Gesellschaft verfestigt.

Dabei läuft die Nachrichtenverbreitung wie bei einem "Schneeballsystem". Meist unhinterfragt, wenn es sich um sogenannte "Autoritäten" handelt.

Die Bürger sind wiederum auf die voneinander abschreibenden Massenmedien der monopolartigen Informationskonzerne angewiesen. Diese sind aber leider nicht ganz so "frei" und insbesondere nicht so sachlich neutral, wie man es sich wünschen mag.
(Es gibt bereits informative Lektüre zu der Politikmacht der Konzerne wie Bertelsmann-Stiftung und Konsorten.)

Ohne das Thema der "freien Presse" hier allzuweit zu vertiefen, möchte ich hier doch feststellen, dass meine Erfahrungen mit "Pressevertretern" teilweise "nicht so prickelnd" waren.

Denn wenn ein unbedarfter Bürger beispielsweise (damals unter großem Interesse der Bevölkerung den Gesamtartikel oder nur) diesen Auszug liest, mag er schmunzeln:

Die Realsatire ist letztlich die versöhnlichste Protestform, und so lässt Robert Manz, 45, in seiner Kneipe 'Treff' jeden Abend ein Musical aufführen. Im Rahmen einer künstlerischen Darbietung ist das Rauchen ja weiter erlaubt. Sie spielen 'Bayern vor dem Rauchverbot'. Die Musik kommt vom Band, die Gäste als Laiendarsteller spielen sich selbst, der Eintritt ist frei. Und wenn man nach zwei Stunden aus dem Kellergewölbe nach oben an die frische Luft tritt, kommt man sich tatsächlich vor wie ein Zeitreisender, stinkende Klamotten ist man ja gar nicht mehr gewohnt. Draußen ist ein Schild angebracht: 'Zum Nichtrauchen bitte vor die Tür.'

Wochenzeitschrift Stern (2008)

Was der Leser aber nicht weiß, ist, dass ich mich mit dem Autor Markus Götting und seinem Kameramann über zwei Stunden lang darüber unterhalten habe, dass es bei Kneipen zu gar keiner ungewollten (und staatlich schützensnotwendigen) Gesundheitsgefährdung kommt, da zuvor eine selbstbestimmte Handlung des Gastes vorausgeht, die Raucherkneipe betreten zu wollen. Und vieles mehr.

Diese und andere Raucher-Argumente (!) hatte der Autor jedoch offensichtlich nicht in seinem nur scheinbar (!) ausgewogenen Artikel haben wollen. Man bedenke, dass der Stern-Artikel unmittelbar vor der 2008er BVerfG-Entscheidung groß veröffentlicht wurde.
"Dumpfer Widerstand", "Raucher-Kirche" und "Theater", das wollte er von der Raucherseite hören!
Raucher als "trollige Spaßvögel" vs. "wissenschaftliche Autoritäten" auf der "Gesundheitsschutzseite".

Ein imho manipulatives - weil Sachargumente unterschlagendes -  "Medienspiel".

Dem Informationsbedürfnis unbedarfter Bürger wird auf diese Weise jedenfalls nicht Rechnung getragen. Beim bayerischen Volksentscheid fand diese Vorgehensweise ihren vorläufigen Höhepunkt.

-.-

Nun, schade, dass es so wenig selbstbewußte Raucher gibt, die zu ihrem körperlichen Bedürfnis stehen und sich der selbstherrlichen, in der Sache falschen und mittlerweile diktatorischen Ärzte-Doktrin nicht widersetzen.
Siehe auch hier.

Veröffentlicht: 19. Oktober 2010 - Letztes Update: 13. Juli 2017

https://www.treff.de/schopenhauer.html

Durchgehend lecker essen:

Spielautomaten im Treff:

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